Was bedeutet Nachhaltigkeit im Krankenhaus?

Shownotes

Krankenhäuser zählen zu den größten Energieverbrauchern in Deutschland. In der neuen Podcast-Folge der KU Gesundheitsmanagement sprechen wir mit Julius Winterhalter über nachhaltige Transformation im Kliniksektor und das Projekt „Mein nachhaltiges Krankenhaus".

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00:00:08: Liebe Hörerinnen und Hörern, herzlich willkommen zu unserem KU-Podcast.

00:00:12: Hier sprechen wir mit ausgewählten Expertinnen und Experten aus dem Krankenhausmanagement zur aktuellen Themen der Gesundheitsbranche.

00:00:20: Wir möchten dabei auf den jeweiligen Schwerpunkt unseres Fachmagazins KU Gesundheitsmanagement näher eingehen – und zwar kurz, knackig und leicht verständlich!

00:00:40: Das Thema Nachhaltigkeit ist in aller Munde auch im Gesundheitssektor.

00:00:44: Krankenhäuser gehören zu den größten Energieverbrauchern in Deutschland.

00:00:48: Sie produzieren große Mengen Abfall und in vielen Häusern gehört die Verwendung von klimaschädlichen Narkosegasen weiterhin zum Alltag, doch auch hier ist der Prozess des Umdenkens unter Transformationen in vollem Gange.

00:01:00: Ich, Birgit Sander aus der CO-Redaktion spreche heute mit Julius Winterhalter über das Projekt Mein nachhaltiges Krankenhaus dass von der DKTIG initiiert wurde.

00:01:10: Julius Winteralter ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule Merseburg.

00:01:14: Er arbeitet im Kompetenznetzwerk für angewandte und transferorientierte Forschung an Themen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung und Sustainable Finance.

00:01:23: Zudem ist er referent von Nachhaltigkeit- und Klimaschutz bei der DKTIG, insbesondere für das Projekt Mein nachhaltiges Krankenhaus.

00:01:32: Außerdem ist er ausgebildeter Rettungssanitäter und aktiv im Bootsteam von Greenpeace.

00:01:38: Herr Winterhalter!

00:01:39: Herzlich willkommen und schön dass Sie da sind.

00:01:42: Guten Tag Frau Sander, danke für die Einladung.

00:01:44: Herr Winterhalter, kann man denn sagen dass Krankenhäuser eine besondere Verantwortung bei Klimaschutz und Nachhaltigkeit haben?

00:01:52: Ja also ich glaube die grundsätzliche Frage ist natürlich erst mal wie viel Verantwortung können Krankenhäuser überhaupt in dem System übernehmen.

00:02:01: Aber generell ist es so ja Krankenhörser sind gesellschaftlich zentrale Institutionen.

00:02:05: Krankenhäuser haben eine hohe öffentliche Sichtbarkeit und deswegen auch viel Verantwortung tatsächlich oder auch eine hohen Vorbildfunktion dadurch.

00:02:12: Und wenn man Nachhaltigkeit in diesem ISG-Verständnis sieht, also ESG, Environment Umwelt, S Social Soziales und G Governance Unternehmensführung dann tut sich da auch schon relativ viel.

00:02:24: Wenn man gerade auf das soziale guckt, ist der Kernauftrag ja schon seit jeher dieses Kurative diese Verantwortung für Patientinnen und Mitarbeiter für die Gesellschaft.

00:02:34: Das ist ja schon sehr historisch angelegt, dass da ein Beitrag zur sozialer Nachhaltigkeit besteht.

00:02:39: Und bei der ökologischen Nachhaltigkeit haben wir natürlich durch diesen Beitrag auch Energieverbräuche und Abfallaufkommen in der Beschaffung viele Punkte, die auch ökologistische Rolle spielen.

00:02:51: Da tut sich viel.

00:02:52: Da ist aber auch noch Verbesserungspotenzial.

00:02:54: und in diesem Thema Governance Unternehmensführungen.

00:02:57: Da haben wir immer neue Herausforderungen.

00:03:00: gerade beim Thema Datenschutz jetzt mit Zeibersicherheit wird da viel auf uns zukommen und auf die Häuser.

00:03:05: Und momentan ist es leider so, dass eben diese Verantwortung viel Gegenwind auch bekommt also politisch und wirtschaftlich getriebenen Gegenwind das eben auch eine Gefahr von einer gewissen Reduktion.

00:03:20: dann eben droht, dass Nachhaltigkeit von der Verantwortung zu einem reinen Risikomanagement wird.

00:03:26: ja Da haben wir dazu ne Umkehr.

00:03:27: auch, dass diese Inside-Out und Outset in Perspektive spielt da eine große Rolle Da wird er nur noch geguckt, wie viel Risiken hat die Umwelt jetzt auf mein Krankenhaus und viel weniger.

00:03:38: Wie viele Risiken oder wie viel schädliche Auswirkungen habe ich jetzt zum Beispiel auf die Umwelt?

00:03:43: Und ja da müssen wir uns eben, glaube ich hinstellen fragen nicht was bedroht uns nur finanziell sondern was können wir auch aktiv tun?

00:03:50: diese Verantwortung ist jetzt nicht neu, aber sie wird eben anspruchsvoller.

00:03:53: Und was ich jetzt auch nicht gut finde es zum Teil dann so eine individualisierte Verantwortung dass man sagt jedes Haus muss jetzt eben gucken oder wir teilen diese Last daneben auf einzelne Häuser oder eben einzelne Personen in den Häusern der Nachhaltigkeitsmanager.

00:04:06: Der muss sich dann darum kümmern unter die Managerin sondern müssen da schon ein bisschen das System mehr In Frage stellen, es bleibt dann doch ein bisschen zu unangetastet.

00:04:14: Also ein kritischer Zuhörer würde wahrscheinlich jetzt fragen in welchem System sollen denn Kliniken das alles leisten?

00:04:19: Also diesen Versorgungsauftrag diese ganze Klimageschichte auch noch mit die Transformation, Digitalisierung.

00:04:25: und ja da ist glaube ich die eigentliche Frage gar nicht ob Krankenhäuser danach haltig sein wollen, diese Verantwortlichkeit übernehmen wollen oder ob sie's eben überhaupt schaffen, ob das System ihnen das so erlaubt.

00:04:36: Sie haben sich diesem Thema ganz besonders verschrieben dazu, um diese Transformation in Gang zu bringen.

00:04:44: Können Sie denn das Projekt mein nachhaltiges Krankenhaus für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer kurz beschreiben?

00:04:49: Worum geht es da und was ist das Ziel?

00:04:52: Also der Ansatz ist ein recht pragmatischer konkreter Bedarf eben zur Nachhaltigkeitsberichterstattung.

00:04:57: Daraus ist das Projekt geboren.

00:04:59: wir haben diesen Bedarf dass Nachhaltighatsberichte geschrieben werden müssen von regulatorischer Seite für Krankenhäuser.

00:05:07: Das betrifft jetzt deutlich weniger Krankenhäuser, als hätten wir den Podcast von einem halben Jahr geführt.

00:05:12: Aber dennoch ist es immer noch ein Thema diese Nachhaltigkeitsberichterstattung.

00:05:15: das hat dann quasi zu dem Projekt geführt.

00:05:17: Wir sind eine Tochter der deutschen Krankenhausgesellschaft und der Landeskrankenhaus gesellschaften.

00:05:22: Und ja die Kernidee war dann eben die Verbindung von nachhaltigkeit und Digitalisierung.

00:05:27: weil da sind wir schon mit drin haben uns Softwarepartner gesucht, um dann in Branchen spezifische Lösungen zu schaffen.

00:05:33: Die dann einmal in der Software inhaltlich Branchen orientiert ist also die Organisationstruktur zum Beispiel von Krankenhäusern gut darstellen lässt oder eben auch bei der CO-Zwei-Equivalenz ein branchespezifisches CO-Equalente mit drin hat.

00:05:50: aber vor allem ist eigentlich uns wichtig die Zusammenarbeit von den Krankenhäuser als Netzwerkprojekt uns zu verstehen.

00:05:56: Und diese Erfahrungen, die Lösungen und die Best Practices aber auch die Worst Practices ja also dass man da zusammenkommt und wir haben jetzt auch keine kleine Eigenwärmung machen für uns Die zweite Branchenkonferenz am drei zwanzig in April wo wirklich alle alle Krankenhäuser herzlich einladen hier nach Leipzig Da kann man sich schon mal ein Safe to Date Vormerken Dass wir einfach eine Plattform bieten Für diesen Austausch für die Vernetzung weil dieses Thema Nachhaltigkeit eigentlich alle Krankenhäuser vor gewisse Herausforderungen stellt und da wollen wir sie eben begleiten.

00:06:27: Und das ist eigentlich so das Ziel von mein nahhaltiges Krankenhaus.

00:06:31: Na verstehe, wir haben in diesem ganzen Projekt ja auch Unfragen erhoben die ein aktuelles Lagebild im Krankenhausektor zeichnen also... Beispielsweise natürlich auch zur aktuellen Umsetzung der Nachhaltigkeitsberichterstattung, aber auch zu den Erwartungen die die Stakeholder insbesondere die Banken an die Krankenhäuser haben.

00:06:51: Ich würde jetzt mal mit der nachhaltigen Berichterstattern anfangen.

00:06:54: wie ist denn da jetzt der Stand in den Krankenhäusern?

00:06:57: Wir haben eine Ausgangslage, zwanzig vierundzwanzig war das ganze noch relativ im Anfang und da waren rund fünfzehn Prozent der Krankenh Häuser haben sich überhaupt mal mit der CSRD verfasst, also die CSR D das ist die Corporate Sustainability Reporting Directive.

00:07:12: Das ist auf Deutsch eigentlich der Nahartigkeitsbericht, ja das europäische Ebene.

00:07:15: Also die Hälfte und nur elf Prozent fühlten sich dann eben wirklich informiert zu dem Thema.

00:07:21: Ja zwei sind vierundzwanzig war knapp einem Jahr.

00:07:24: Gleichzeitig waren dreißig Prozent da wenig bis gar nicht zuversichtlich dass sie überhaupt diesen CSRd Bericht fristgerecht erstellen können.

00:07:32: Es müssen jetzt viele auch gar nicht mehr Aber es zeigt schon, wie die Überforderung da dann schon eine Rolle spielt.

00:07:39: Und vor allem ist eben diese personelle Probleme ein Thema.

00:07:42: Da haben forty-fünf Prozent gesagt dass da eben diese ganz nahtigkeitsaufgaben eher on top an bestehende Mitarbeiter weitergegeben wird und nicht neue Stellen geschaffen werden.

00:07:52: Also aus der Praxis bei uns heißt es eben auch ich arbeite mit Menschen zusammen in Krankenhäusern die sind Ergotherapeuten, ja?

00:07:58: Die sind fürs Bettenmanagement zuständig und machen noch diesen Nachhaltigkeitbericht mit.

00:08:02: Wir machen das wirklich toll!

00:08:04: Das sind gute Leute wirklich.

00:08:05: aber an sich... Sollte das eigentlich eine Nachhaltigkeitsmanagerin machen?

00:08:10: Und die gibt es auch in vielen Kliniken, aber eben nicht in allen und ist Lagebild im Dezember sieht.

00:08:14: Na ja weiterhin so aus dass wir große Lücken haben.

00:08:17: also Wir haben festgestellt der Sektor ist ein Stück weiter Aber er ist noch nicht stabil aufgestellt.

00:08:22: Also Es ist immer noch so durch diese ganze Unklarheit Durch diese ganzen Verschiebungen Im europäischen Gesetzgebungsverfahren Dass forty vier Prozent bei unseren Häusern keine klare Vorstellung haben was sie berichten müssen oder wollen.

00:08:35: Das heißt, wir sind da immer noch mit einer großen Unsicherheit konfrontiert und die meisten orientieren sich dann im CSRD noch.

00:08:43: Aber da sehen wir auch dass das CO²-Bilanzen eine größte Rolle spielt.

00:08:48: Wir haben aber immer noch eine große Fragmentierung der Ansätze wie man mit dem Thema umgeht.

00:08:54: Und beim Stand der Vorbereitung stellen wir jetzt fest organisatorisch gesehen, da schon mehr passiert.

00:09:00: Also über die Hälfte hat schon die Zuständigkeiten geklärt und vielleicht schon eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt aber gleichzeitig haben weniger als ein Viertel wirklich schon Daten nach oben.

00:09:10: Haben sich ans Reporting gewagt, haben wirklich schon den Bericht begonnen und das heißt viele Häuser sind dann auch in der Analyse-Strukturphase und im operativen Hinten sie dahinter her.

00:09:21: Und das ist man fact auch das was wir in der Praxis erleben.

00:09:25: also Wir sind schon ein Stück weiter.

00:09:27: Es ist ein stark regulatorisch getriebenes Thema.

00:09:29: Es wurde auch schon strukturell begonnen, aber personell und praktisch ja also auch zeitintensiv und deswegen weiterhin eine große Herausforderung für die Häuser.

00:09:38: Ist es dann eher... Also liegt die Herausforderung dann eher in dem?

00:09:42: Also wirklich im personellen Bereich, dass man sagt wir haben einfach niemanden der das korrekt und in allem Umfang richtig machen kann.

00:09:49: oder ist die Unsicherheit an die ja an die Rahmenbedingungen.

00:09:53: Ist das so das größere Hemmnis in den Kliniken?

00:09:55: Kann man das sozusagen?

00:09:57: Wir haben einfach viele viele Herausforderung sagen das mal so und wir leben in einer Zeit der multipularen Krisen wie so schön oft heißt.

00:10:06: die macht leider auch hier nicht halt und deswegen meinte ich aber am Anfang schon es ist dann doch systemisch.

00:10:11: ja.

00:10:11: also wir haben natürlich die finanziellen Herausforderungen.

00:10:14: wir haben Krankenhäuser die unter massiven wirtschaftlichen Druck stehen investitionsstau haben gleichzeitig verlangen Investitionen in erneuerbare oder klimafreuklichere Technologien etc.

00:10:26: Und den Nachhaltigkeitsmaßnahmen kostet alles Geld und es konkurriert natürlich mit einem Versorgungsauftrag, ja?

00:10:32: Mit Projekten zur Digitalisierung.

00:10:34: und beim Personal genau das gleiche.

00:10:36: wir haben einfach auch hier nicht genug Personal Und die Folge ist dann eben tatsächlich durch diese Umsetzung, wie Sie es angesprochen haben ja auch eine Frustration bei vielen.

00:10:44: Also wir haben durch diesen... Diese politische Unsicherheit und jetzt sehr mittlerweile auch viel Gegenwind muss man ja sagen.

00:10:50: zum Thema Nachhaltigkeit das ist nicht mehr die Prio, realistisch betrachtet.

00:10:54: Es ist jetzt eher KI-Rüstung und Sicherheitspolitik.

00:10:59: Wie gesagt Zahlbeankriffe auf die Häuser wird so sein dass Nachhaltigkeit nicht mehr das Top Nummer one Thema sein wird, sondern eben eins von mehreren Themen.

00:11:08: Die Frage ist natürlich können wir uns das leisten als Gesellschaft und können wir das auf reines Risikomanagement runter reduzieren die Sache weiterhin aufschieben?

00:11:16: Ja Was wir sehen ist einfach, dass Nachhaltigkeit nicht so unter diesen Idealbedingungen umgesetzt werden kann.

00:11:21: Wie wir uns das vielleicht vorstellen, dass zu einfache Lösungen gar nicht funktionieren.

00:11:24: aber es passiert trotzdem viele in den Häusern.

00:11:27: also das muss ich auch sagen was wir sehen in den häusern sind eben auch viele häuser die haltung bewahren trotz gegenwind die viel tun und auch ihre richte weiterschreiben obwohl sie's nicht müssen.

00:11:37: und das glaube ich auch ein großer punkt Zu bemerken dass wir wegkommen müssten von so einem reagieren auf einen aktiven Modus auf einem Modus, wo wir agieren.

00:11:47: Wo wir uns nicht abhängig machen vielleicht von der Regulatorie sondern wirklich das Thema eben auch anpacken wollen ohne dass es jetzt gesetzlich unbedingt genau so und so vorgeschrieben ist.

00:11:56: Wir hatten letztens ja schon ein paar Mal das Stichwort Nachhaltigkeitsberichterstattung.

00:11:59: wie sieht's denn da?

00:12:00: Ausgibt es aktuelle Konkretisierungen in diesen ganzen ordnungspolitischen Rahmenbedingungen?

00:12:05: Es hat sich ja doch einiges getan, in den letzten Monaten.

00:12:10: Ja ich meine jeder der jetzt hier zuhört und Nachhaltigkeitsberichterstattung zu tun hat weiß natürlich wie LinkedIn da explodiert ist auch.

00:12:19: In den letzten Monaten im Dezember hatten wir dann diese Klarheit Da ich jetzt ganz vorsichtig, aber Mitte Dezember hat dann das EU-Parlament doch dem Omnibuspaket zugestimmt und dementsprechend wurde da eben auch dieses Thema Bürokratieabbau angegangen.

00:12:35: Das bedeutet dass die Schwellenwerte hochgesetzt worden sind.

00:12:39: auf vierhundertfünfzig Millionen Umsatz und über tausend Mitarbeitende ist man CSRD berichtspflichtig Und das gilt eben für die Krankenhäuser hier auch.

00:12:50: Die Konsequenzen sind, dass da einfach viele Häuser nicht mehr runterfallen und der Bericht an sich gekürzt wird, also reduziert wird... Berichtdatenpunkte wegfallen, über sechzig Prozent sollen da eben wegfallen und Stand jetzt ist es aber auch noch nicht im nationales Recht umgesetzt.

00:13:06: Also es gilt immer noch nicht so, ja das wurde jetzt im Parlament verabschiedet, aber das Recht ist noch nicht umgesetzt in nationales recht.

00:13:12: Das heißt wir sind hier immer noch nie ganz am Ende der Reise, aber da soll eben Jahrzehntundzwanzig wirklich diese Rechtsicherheit dann für die tatsächlich berichtspflichtigen Unternehmen bestehen.

00:13:21: Und ja, da hoffe ich dass es dann auch so bleibt weil diese Kennzahlen das müssen sich so verstellen.

00:13:25: Da wurde viel diskutiert auch innerhalb von in der Branche über die Branche natürlich auch hinaus.

00:13:30: was kommt denn jetzt?

00:13:31: Wer ist brichtspflichtig?

00:13:32: Da wurden Zahlen genannt und dann gab's natürlich viele verschiedene Stimmen.

00:13:35: So und dann haben wir Unternehmen die haben sie schon auf den Weg gemacht Unternehmen die habe gar nichts gemacht Ja die freuen Sie vielleicht Aber vielleicht kommt es ja dann doch verschärft.

00:13:43: Man kann sich nicht wissen, ob es in ein paar Jahren vielleicht dann doch noch mal mit den Schwellenwerten runtergeht oder ob's vielleicht gar kein Bericht mehr gibt.

00:13:48: Ja also politisch gesehen ist natürlich einfach eine sehr wir sagen immer dynamische Situation.

00:13:53: Dann habe ich den CO-Preis das mir eigentlich auch ein Hebel.

00:13:57: wie weit ist der denn noch relevant?

00:13:58: Wir haben noch ganz viele andere Berichtspflichten mit den Lieferkette zum Beispiel mit der EU Taxonomie.

00:14:05: Also die Banken werden ein großes Thema spielen bei dem Ganzen die EZB wird ein großes thema spielen Aber es bleibt einfach immer so eine Unsicherheit und das ist echt schade, weil es ein wichtiges Thema ist.

00:14:16: So ein großes Thema was eigentlich Planungssicherheit braucht.

00:14:19: Sie haben das Stichwort jetzt selber gerade aufgebracht Banken.

00:14:22: Das war ja auch Teil dieses Projektes mein nachhaltiges Krankenhaus.

00:14:25: können sie uns dazu vielleicht jetzt auch ein bisschen etwas sagen was die Erwartungen der Banken an die Krankenhäuser beim Thema Nachhaltigkeit sind und welche Anforderungen Krankenhäusern erfüllen müssen um auch nach wie vor Geldmittel zu erhalten?

00:14:38: Also das ist so eine Frage, die mich eben auch vor allem in meiner Arbeit an der Hochschule umtreibt.

00:14:43: Inwieweit Nachhaltigkeit und Bankenwelt finanzielle oder die Finanzwirtschaft zusammenhängen, zusammenkommen?

00:14:51: Und da haben wir jetzt einfach mal in der Umfrage festgestellt.

00:14:55: also die Frage war ein bisschen gibt es überhaupt eine Nachhaltigkeitsanfrage von Banken Wenn da was passiert, wie sieht das eigentlich aus?

00:15:01: Und es ist nämlich stand so dass gerade viele Banken nach Nachhaltigkeits-Fragekataloge haben.

00:15:08: Manche Banken auch besondere Kreditkondition anbieten wenn bestimmte Unternehmen nachhaltig sind und Manche Banken das eher nicht tun, dass da ein sehr ja auch fragmentiertes Bild vorherrscht.

00:15:21: Und es hat eben auch mit der EZB zu tun, die da eben an die Banken eben auch Ansprüche quasi weiterleitet über die Nachhaltigkeit ihrer Kunden dann eben auch informiert zu sein.

00:15:32: Die Frage wie sieht in der Praxis aus?

00:15:34: Das war doch noch ein bisschen ernüchternder.

00:15:35: Zumindest in unserer Umfrage ist es nicht wirklich flächendeckend.

00:15:38: also wir haben erst mal gefragt gibt's diese Nachhaltigkeitsanfragen von Banken?

00:15:42: und da sagen die Krankenhäuser bei uns eben sie Ja, zweiundvierzeprozent haben da jetzt bereits Anfragen bekommen und vierundvierzig Prozent gar nicht.

00:15:50: Die anderen auch teilweise von Versicherungen vielleicht noch aber sonst von anderen Stakeholders eher sehr wenig.

00:15:56: Da ist es schon angekommen, aber das ist jetzt nicht umgekehrt.

00:15:59: Der Druck ist delectiv, sagen wir mal.

00:16:01: Und situationsabhängig weil Banken schauen sich ja vor allem erst einmal an aus welcher Branche kommt mein Kunde und welche Standort haben wir hier?

00:16:09: Das sind keine neuen Themen.

00:16:10: also dass die Bank da genauer hinschaut.

00:16:12: wenn ich jetzt in fossiles Energieunternehmen bin und meine Unternehmensobjekte direkt an der Fluss liegen dann habe ich natürlich da klimatechnisch Risiken.

00:16:24: Die hatte ich auch vor zehn Jahren schon.

00:16:25: also die werden mit eingepreist und die Frage ist eben eher noch werden auch positive Sachen eingepreist und die kommen ja on top oder nicht.

00:16:33: Aber dafür muss die Banker wissen, was die Unternehmen machen oder was die Krankenhäuser machen?

00:16:38: Und da haben wir ihm auch gefragt wie komplex sind denn diese Anfragen?

00:16:40: und da war eben auch doch über drei Viertel dann eben das eigentlich gar keine bis wenig Komplexität.

00:16:47: hier herrscht also sagen wir zwei Drittel Und das würde ich nur elf Prozent von komplexen Anforderungen da berichten.

00:16:56: Wir haben auch festgestellt, dass nur sieben Prozent eben von den Häusern die wir gefragt haben von einer besseren Nachhaltigkeitsleistung auch finanziell dann profitieren.

00:17:03: bei Banken.

00:17:04: Da muss ich ja vorstellen in Bank gibt einen Kredit zur gewissen Koalition auf dem Basis Zins kommt dann quasi noch mehr Zins drauf.

00:17:12: und dann die Frage wie viel Von diesem zusätzlichen Zins kann durch Nachhaltigkeitsleistung dann eben verändert werden, positiv oder negativ.

00:17:20: Und da ist eben der Faktor das Nachhaltigkeit und das habe ich jetzt ja schon ein paar mal angesprochen irgendwie nur als Risikofaktor für Unternehmen gilt und auch nur für Banken gilt.

00:17:29: also Banken sehen ja auch die nachhaltigkeit eher als Risiko oder finanzielle Chance von mir aus aber viel weniger als... Das ist mit dieser Systemlogik gar nicht so gut zu vereinbaren, viel weniger Impact, sagt man also als wirkliche Auswirkung auf die Umwelt oder die Natur.

00:17:45: Klar wenn ich meine finanziellen Risiken im Griff habe und mich darum kümmere dann hab' ich auch meistens positive Auswirkungen auf die Umwelt.

00:17:52: Wenn ich jetzt was gegen Hochwasserschutz tue ja und dann vielleicht weniger Leckagen auftreten

00:17:57: etc.,

00:17:58: aber von der Grundidea muss man sich immer vorwerfen lassen dass man dazu normal tief moralisch rangeht.

00:18:04: Aber an sich ist es ja die Idee Klimaschutz zu betreiben und nicht nur die Unternehmen vor Klimareignissen zu schützen.

00:18:11: Und wenn wir jetzt zum Schluss nochmal einen Blick in die Kristallkugel machen wollen, was denken Sie denn wie es in den kommenden Jahren mit dem Thema Nachhaltigkeit weitergeht?

00:18:19: Worauf müssen sich die Kliniken einstellen.

00:18:21: Wie wird sich das weiter entwickeln?

00:18:23: Was denken sie?

00:18:25: Ja, was denke ich?

00:18:26: also?

00:18:27: diese Glaskugel Er wurde auch schon oft beschworen in den letzten, wie gesagt, wir kommen aus einem sehr turbulenten Jahr jetzt.

00:18:34: Und alle sehen sich so ein bisschen nach so einer Planungssicherheit.

00:18:37: Niemand kann natürlich die nächsten Jahre exakt vorhersehen.

00:18:40: Wir glauben bei uns dass wir eben von diesen Reagieren auch weggehen wollen und von diesen Regierungen auf Vorgaben Krisen auf eine regulatorie sondern dann eben auch proaktiv vorangehen und das eben auf einer strukturellen Ebene DKG, also die Deutsche Krankenhausgesellschaft auf einer bundespolitischen Ebene das Thema dann eben auch verankern.

00:18:59: Auch im Klimatransformationsfonds, dass wir uns hier stark positionieren, die Häuser nicht alleine lassen als DKTG.

00:19:07: und trotz aller Herausforderungen kann ich nur noch mal... Vorhebendes passiert auch schon viel und das ist keine Frage der Größe, sondern eine Frage der Haltung der einzelnen Häuser.

00:19:17: Ob sie jetzt Abfallpressen sich besorgen mit getakteter Logistik?

00:19:20: Regionale biologische Krankenhaus-Mensen aufstellen ja auch blühwiesen Dachbegrünung sind alles Themen Fotovoltaik Mehrwegsysteme.

00:19:28: es ist machbar dass Nachhaltigkeit konkret wird auch im Krankenhaus Und ich glaube die größte Aufgabe ist da jetzt nachhaltig nicht nur zu vergessen, weil dieser Trend irgendwie abschwecht.

00:19:40: Dieser Rückenwind weg ist sondern weiterzumachen, umsetzen, lernen, vernetzen mit uns auch hier zusammen.

00:19:47: und vielleicht müssen wir uns da auch ehrlich fragen was bedeutet die Nachhaltigkeit im Krankenhauskontext überhaupt?

00:19:52: Und was ist in diesem auf Effizienz, Auf Auslastung, auf Kostenbrück ausgelegten System realistisch erreichbar?

00:19:58: Deswegen ist es für uns glaube ich nochmal ganz gut als Branche eben auch nochmal durch zu haben und zu gucken, jetzt wo diese regulatorische Seite wegfällt.

00:20:07: Ja also es war ja auch so dass viel gemacht wurde ohne eigentlich zu wissen was der Nahtigkeitsbericht bedeutet.

00:20:12: Viel ticking the box, also irgendwie da durchkommen etc.

00:20:15: Und gar nicht so oft die Inhalte schauen unter diesen ganzen Maßnahmen und Ziele wie wir damit umgehen?

00:20:20: Was für eine Strategie wir haben.

00:20:21: das würde alles ein bisschen Ja, vergessen oder ist aber auch gar keine Zeit dafür.

00:20:25: Und ich will jetzt ja auch keinen großen moralischen Appell machen oder in so eine Richtung gehen.

00:20:30: Aber wir brauchen einfach mehr Ehrlichkeit über die Zielkonflikte, die wir haben.

00:20:34: Das sind einfach viele Sachen eben auch schnellen ihre Grenzen stoßen und die nicht immer nur zu benennen reicht nicht sondern dann eben auch wirklich versuchen daran was zu ändern.

00:20:42: wird diese Nachhaltigkeitsfrage nicht nur die Krankenhausbranche jetzt für große Herausforderungen stellen, weil sie eben auch tritt als eins von vielen Themen sondern eben auch ganz viele andere Branchen.

00:20:51: und ich würde sagen ja es ist wahnsinnig schwer gerade zu sagen wie's morgen aussieht.

00:20:58: Man will ja gar nicht mehr in die Nachrichten gucken teilweise aber Was ich sehe ist einfach bei den Krankenhäusern so viele tolle Menschen mit einem positiven Mindset, die sich für die Lache doch begeistern.

00:21:07: Und sie müssen wir mitnehmen und weiter dranbleiben.

00:21:10: alles andere wer stürzt dann?

00:21:12: und das wollen wir auch

00:21:12: nicht.".

00:21:14: Das ist ein schönes Wort zum Abschluss!

00:21:15: Vielen Dank Herr Winterhalter für dieses Gespräch.

00:21:18: Vielen Dank.

00:21:29: Liebe Hörerinnen und Hörern vielen dank für Ihr Interesse an unserem KU-Podcast.

00:21:33: in der nächsten Folge widmen wir uns wieder einen spannenden Thema aus dem Gesundheitsmanagement.

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